Wie gelingt es Eltern, Lehrpersonen und anderen Erziehungspersonen, Kinder zu begleiten und zu ermutigen, damit diese Herausforderungen annehmen und in ihrer Entwicklung bestmöglich unterstütz sind?
Dieser Artikel ist ein Input zur Selbsthilfe im Alltag.
Wie können wir Kinder konsequent begleiten, ohne dass zermürbende Machtkämpfe den Alltag in Schule oder Familie bestimmen? Dieser Beitrag richtet sich an Lehrpersonen, pädagogische Fachkräfte und Eltern, die Kinder in schwierigen Situationen besser verstehen und ermutigend, klar und beziehungsorientiert begleiten möchten.
Wenn herausforderndes Verhalten ein Hilferuf ist
Das Verhalten von Kindern entsteht im Zusammenspiel vieler Faktoren: Persönlichkeit, familiäre Situation, schulische Anforderungen, kultureller Hintergrund und Entwicklungsphase. Gerade im Schulalter erleben Kinder Leistungsdruck, Vergleiche und häufige Rückmeldungen zu ihrem Verhalten und Können. Dies alles kann ein Kind (stark) verunsichern und emotional in die Enge treiben. Auch kann es passieren, dass das Kind das Gefühl bekommt, dass es so wie es ist, nicht mehr dazugehört, weil getadelt.
Wenn das Gefühl von Zugehörigkeit, Selbstwert oder „Ich bin gut genug“ ins Wanken gerät, reagieren Kinder nicht selten mit Verhalten, das Erwachsene als schwierig erleben. Wird dieser innere Konflikt beim Kind nicht erkannt, geraten Lehrpersonen und Eltern leicht in Machtkämpfe – und verstärken das Verhalten ungewollt.
Hier setzt pädagogische Beratung, Coaching und Supervision an: Sie helfen, Dynamiken zu verstehen und neue Handlungsspielräume zu eröffnen.
Ein Kind, das sich „schwierig“ verhält, ist in der Regel entmutigt und versucht, sich mit unangemessenen Mitteln zu integrieren. Hinter diesem Verhalten verbergen sich oft vier fehlgeleitete Ziele:
Wenn Erwachsene diese Ziele erkennen, können sie gezielt reagieren, statt sich im Konflikt zu verstricken – ein zentraler Ansatz im Coaching für Lehrpersonen und Elternberatung.
a) Wenn das Kind Aufmerksamkeit fordert:
b) Wenn das Kind die eigene Macht erprobt:
c) Wenn Rache beim Kind das Thema ist:
d) Wenn sich das Kind resigniert/unfähig fühlt:
Eigene Gefühle bei der erwachsenen Person können als Wegweiser im pädagogischen Alltag genutzt werden.
Sie sind ein hilfreicher Kompass. Hier eine „Lesehilfe“:
Wer dies erkennt, kann innerlich einen Schritt zurücktreten und bewusster reagieren. Diese Selbstwahrnehmung ist ein zentraler Bestandteil sowohl in der Supervision im Schul- und Bildungsbereich, als auch im Coaching mit Eltern. Sie bringt Ruhe und Entspannung in hitzige Situationen.
Hilfreiche Gespräche finden ausserhalb akuter Konflikte statt - in ruhiger Atmosphäre, ohne Vorwürfe und ohne lange Diskussionen über die Vergangenheit. Mögliche Einstiege:
“Könnte es sein, dass du dich ärgerst, dass ich für dich nicht so viel Zeit habe, du dir aber im Moment besonders viel Aufmerksamkeit wünschst?"
„Könnte es sein, dass du lieber selber entscheiden willst?"
„Könnte es sein, dass dich die Situation „x“ verletzt und traurig gemacht hat? Möchtest du anderen zeigen, wie sich das anfühlt?"
„Könnte es sein, dass du einfach in Ruhe gelassen werden willst?"
Wenn das Kind sich wieder erkennt, können gemeinsam alternative Wege gefunden werden – unterstützt durch Familie, Klasse oder Gruppen. Das Kind fühlt sich verstanden und zugehörig.
Beratung, Coaching und Supervision
Wenn Machtkämpfe den Alltag belasten, ist das kein persönliches Versagen, sondern ein Hinweis auf komplexe Dynamiken.
Beratung unterstützt
dabei,
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Literaturliste
Rudolf Dreikurs, Pearl Cassel, Eva Dreikurs Ferguson: Disziplin ohne Tränen. Klett-Cotta, Stuttgart, 2009.
Rudolf Dreikurs, Vicki Soltz: Kinder fordern uns heraus. Lizenzausgabe für Bertelsmann, Gütersloh.
Familien-Werkstatt & Andrea Pini (Hrsg.): Emma, Sophie, Max & Co. Erziehungsratgeber Individualpsychologie. 2. Auflage, Kulturbuchverlag, Berlin-Buckow, 2022.
Jürg Frick: Die Droge Verwöhnung. 3. Auflage, Verlag Hans Huber, Hogrefe AG, Bern, 2005.
Rudolf Dreikurs: Grundbegriffe der Individualpsychologie. 10. Auflage, Klett-Cotta, Stuttgart, 2002.
Jürg Rüedi (Hrsg.): Alfred Adler – Menschenkenntnis. Reclam, Ditzingen, 2024.
Carl R. Rogers: Entwicklung der Persönlichkeit. 14. Auflage, Klett-Cotta, Stuttgart, 2002.
Haim Omer: Wachsame Sorge. 2. Auflage, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2016.
Haim Omer, Arist von Schlippe: Autorität ohne Gewalt. 6. Auflage, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2008.
Anita Woolfolk: Pädagogische Psychologie. 10. Auflage, Pearson Studium, München, 2008.
Rolf Oerter, Leo Montada (Hrsg.): Entwicklungspsychologie. 5. Auflage, Beltz, Basel, 2002.
Bildnachweis
Mädchen: Unsplash (30.1.26, 7:44)
Der Schrei: Marco Aurélio Conde (Unsplash), 30.1.26, 7:08
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